Deutsches Engagement für den Schutz von Kindern in bewaffneten Konflikten

„Empty Space“ heißt der Kurzfilm, den die sechzehnjährige Gewinnerin des Herat Human Rights Film Festivals eingereicht hatte. Es geht darin um einen Jungen, der nicht mehr länger zur Schule gehen kann, weil er nach dem Tod seines Vaters arbeiten muss, um seine Familie zu unterstützen. Was von seinen Träumen und Wünschen bleibt, ist nur ein leerer Platz auf der Schulbank.

In Konflikten und Krisensituationen trifft es meistens diejenigen am härtesten, die am verwundbarsten sind. Kinder gehören dazu. Die Vereinten Nationen haben sich deswegen ihrem Schutz verschrieben. Bereits 2005 etablierte der Sicherheitsrat einen neuen Mechanismus zum Schutz von Kindern in bewaffneten Konflikten. Dieser sieht vor, dass Konfliktparteien, die Kinder rekrutieren, gezielt töten oder verstümmeln oder sexuelle Gewalt gegen Kinder einsetzen, auf einer Liste der Vereinten Nationen geführt werden. Damit werden die Konfliktparteien, die Kinderrechte verletzen, nicht nur international diskreditiert, sondern es können auch Sanktionen gegen sie verhängt werden.

Während Deutschland von 2011 bis 2012 Mitglied im Sicherheitsrat der Vereinten Nationen war, hatte es den Vorsitz der Arbeitsgruppe zum Thema Kinder und bewaffnete Konflikte inne. Auch danach setzt sich die Bundesregierung weiterhin dafür ein, den Schutz von Kindern zu verbessern und Täter zu bestrafen. Deutschland arbeitet dabei eng mit der Europäischen Union, den Vereinten Nationen und der NATO zusammen und unterstützt weltweit Projekte zum Schutz von Kindern, auch in Afghanistan.

Analog zur Arbeitsgruppe der Vereinten Nationen in New York hat sich auch lokal in Kabul eine internationale Arbeitsgruppe zum Thema Kinder und bewaffnete Konflikte zusammengefunden, in der die Deutsche Botschaft in Zukunft eine tragende Rolle einnehmen möchte. Den Auftakt dazu machte am 21.11.2016 eine Veranstaltung in der Residenz des deutschen Botschafters zu der zahlreiche Gäste aus Regierung, Zivilgesellschaft und internationaler Gemeinschaft eingeladen waren.

Per Videobotschaft sprach Frau Leila Zerrougui, die VN-Sonderbeauftragte für Kinder und bewaffnete Konflikte, zu den Gästen und ermunterte sie dazu, sich weiterhin für Kinderrechte und den Schutz von Kindern in Afghanistan einzusetzen.
Außerdem wurde der Gewinnerbeitrag des von UNAMA ausgerichteten Herat Human Rights Film Festivals gezeigt.

Kinder und bewaffnete Konflikte

Bei der Veranstaltung am 21.11.2016 hielt auch der stellvertretende Leiter von UNAMA, Mark Bowden, eine Rede

Weiterführende Links

Weitere Informationem zum Thema Schutz von Kindern in bewaffneten Konflikten und zum Engagement der Bundesregierung auf diesem Gebiet finden Sie hier.

"Empty Space"

(© Mahbooba Barat)

Der Kurzfilm "Empty Space" gewann beim Herat Human Rights Film Festival den ersten Preis

Videobotschaft der VN-Sonderbeauftragten für Kinder und bewaffnete Konflikte, Frau Leila Zerrougui

(© Büro der VN-Sonderbeauftragten für Kinder und bewaffnete Konflikte)

Videobotschaft der VN-Sonderbeauftragten für Kinder und bewaffnete Konflikte, Frau Leila Zerrougui